Bericht über die Erste Vision von 1859

von Martin Harris

 

1859 – Interview mit Martin Harris, Tiffany's Monthly, 1859, New York, veröffentlicht von einem Joel Tiffany, Bd. 5-12, S. 163-170. Dieser Bericht wird mit einbezogen, weil die Quelle, Martin Harris, ein enger Mitarbeiter Joseph Smiths während der Übersetzung des Buches Mormon und einer der ersten war, die nicht Familienmitglieder waren, die mit Josephs Behauptungen vertraut gemacht wurden. Seine Erinnerungen sind weitestgehend unbeeinflusst von späteren veröffentlichten Berichten Joseph Smiths und deshalb spiegeln sie wahrscheinlich die frühesten Einzelheiten wieder, die ihm von Joseph Smith und seiner Familie geliefert wurden.

 

Hauptelemente des Berichts:

 

  • Der Ursprung des Mormonismus ist mit dem Auffinden der goldenen Platten verknüpft

  • Joseph fand Platten, indem er den Seherstein benutzte, den er im Brunnen von Mason [Willard] Chase fand.

  • Die Platten wurden im Zusammenhang mit der Geldgräberei gefunden.

  • Josephs Familie bestätigte Martin Harris diese Geschichte

  • Keine Erwähnung einer Wiedererweckungsbewegung

  • 21 Jahre alt (1827)

  • Joseph holt die Platten, während er mit seiner Frau draußen ist, aber er versteckt sie im Wald

  • Ein Engel erschien Joseph, nachdem er die Platten gefunden hatte, und sagte ihm, dass es [das Buch Mormon] Gottes Werk wäre und Joseph müsste „aus der Geldgräber-Gesellschaft aussteigen“.

  • Der Engel offenbarte Joseph, dass Martin Harris derjenige wäre, der bei diesem Werk helfen sollte.

 

 

Folgende Erzählung entnahmen wir den Lippen von Martin Harris und lasen ihm dieselbe vor, nachdem sie aufgeschrieben war, damit wir uns sicher sein könnten, wenn wir diese Erklärung der Welt übergeben würden... Wir taten dies, damit die Welt einen zusammenhängenden Bericht über den Ursprung des Mormonismus von den Lippen eines der ursprünglichen Zeugen haben könnte, und auf dessen Zeugnis hin er zuerst empfangen wurde...

Mr. Harris sagt: „Joseph Smith Jun., der am 22. September 1827 in Palmyra, N. Y., die Platten aus Gold fand, auf denen in Arabisch, Chaldäisch, Syrisch und Ägyptisch das Buch des Lebens, oder das Buch Mormon, aufgezeichnet war. Es war damals nicht bei ihm, aber ich hatte eine Offenbarung im Sommer davor, dass Gott für mich ein Werk zu tun hätte. Diese Platten wurden am nördlichen Punkt eines Hügels zwei Meilen nördlich vom Dorf Manchester gefunden. Joseph hatte einen Stein, der aus dem Brunnen von Mason Chase vierundzwanzig Fuß unter der Oberfläche gegraben wurde. In diesem Stein konnte er nach meinem sicheren Wissen viele Dinge sehen. Mit Hilfe dieses Steins entdeckte er zum ersten Mal diese Platten. (S. 163)

...Joseph hatte diesen Stein eine Zeit lang gehabt. Es gab dort in der Nachbarschaft eine Gesellschaft, die nach Geld grub, das angeblich von einigen im Altertum verborgen worden ist. Zu dieser Gesellschaft gehörten der alte Mr. Stowel – ich denke, sein Name war Josiah – auch der alte Mr. Beman, auch Samuel Lawrence, George Proper, Joseph Smith Jun. und sein Vater und sein Bruder Hiram Smith. Sie gruben in Palmyra, Manchester, nach Geld, auch in Pennsylvania und an anderen Orten... (S. 164)

 

Danach, am 22. September 1827, vor Tagesanbruch, nahm Joseph Pferd und Wagen des alten Mr. Stowel, und er nahm seine Frau mit und ging an den Ort, wo die Platten verborgen waren, und während er sie erlangte, kniete sie nieder und betete. Dann nahm er die Platten und versteckte sie in einer alten schwarzen Eiche, die hohl war...

Joseph grub nicht nach diesen Platten. Sie waren in folgender Weise gelagert: vier Steine standen aufrecht und waren mit einem flachen Stein abgedeckt, der oben abgerundet und unten flach war. Unter diesem befand sich eine kleine Plattform, auf der die Platten gelegt waren; und die beiden Steine, die in einem Silberbogen eingefasst waren, mit deren Hilfe die Platten übersetzt wurden, wurden unter den Platten gefunden. (S. 165)

...Als Joseph die Platten erhalten hatte, teilte er die Tatsache seinen Eltern mit. Die Platten blieben in der Spitze des Baumes versteckt, bis ihm eine Kiste gemacht worden war. Dann suchte er sie auf und brachte sie nach Hause... (S. 166)

...Die Geldgräber beanspruchten, dass sie ebenso viel Recht auf die Platten hätten wie Joseph, da sie gemeinsam in einer Gesellschaft waren. Sie behaupteten, dass Joseph ein Verräter gewesen wäre und sich angeeignet hätte, was ihnen gehörte. Aus diesem Grund fürchtete sich Joseph vor ihnen und versteckte weiterhin die Platten. Nachdem sie kurze Zeit unter dem Fußboden des Kupferladens versteckt waren, wurde Joseph gewarnt, dass er sie entfernen sollte. Er sagte, dass er von einem Engel gewarnt wurde...

Diese Dinge hatten sich alle ereignet, bevor ich mit Joseph in Bezug auf die Platten sprach. Aber ich hatte den Bericht darüber von Joseph, seiner Frau, seinen Brüdern, Schwestern und seinen Eltern. Ich sprach getrennt mit ihnen darüber, um die Wahrheit über die Sache zu erfahren. (S. 167)

 

...Einen Tag oder so bevor ich bereit war, Joseph zu besuchen, kam seine Mutter zu unserem Haus herüber und wünschte mit mir zu reden. Ich sagte ihr, dass ich keine Zeit hätte... Ich wartete einen Tag oder zwei, als ich am Morgen aufstand, frühstückte und meinen Leuten sagte, dass ich ins Dorf gehen würde, aber ich ging direkt zum Haus des alten Mr. Smith. Ich fand heraus, dass Joseph weggegangen war, um für Peter Ingersol zu arbeiten, um etwas Mehl zu bekommen. Ich war froh, dass er nicht da war, denn dies gab mir eine Gelegenheit, mit seiner Frau und der Familie über die Platten zu sprechen. Ich sprach getrennt mit ihnen, um zu sehen, ob die Geschichten übereinstimmten, und ich fand heraus, dass sie übereinstimmten. Als Joseph heimkam, wollte ich ihn nicht wissen lassen, dass ich mit ihnen geredet hatte, also nahm ich ihn am Arm und führte ihn von den anderen weg und bat ihn, mir seine Geschichte zu erzählen, was er wie folgt tat. Er sagte: 'Ein Engel war ihm erschienen und sagte ihm, dass es Gottes Werk wäre.'“ Hier schien Mr. Harris vom Thema abzuweichen, als wir ihn baten, fortzufahren und zu erzählen, was Joseph dann sagte. Er antwortete: „Joseph hatte vorher die Art und Weise beschrieben, wie er die Platten fand. Er fand sie, indem er in den Stein schaute, den er im Brunnen von Mason Chase fand. Die Familie hatte mir genauso dasselbe erzählt.

Joseph sagte, dass der Engel ihm sagte, dass er die Geldgräber-Gesellschaft verlassen müsste. Dass es unter ihnen böse Männer gäbe. Er sollte nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Er sollte nicht lügen, nicht schwören und auch nicht stehlen. Er sagte ihm, dass er hingehen und in die Brille schauen sollte, und er würde ihm den Mann zeigen, der ihm helfen würde. Dies tat er und er sah mich, Martin Harris, vor ihm stehen. Dies haute mich vor Überraschung um. Ich sagte ihm, dass ich wünschte, über diese Dinge sehr vorsichtig zu sein. 'Nun', sagte er, 'ich sah Sie so deutlich vor mir stehen wie jetzt.'...

Während ich bei Mr. Smith zu Hause war, hob ich die Platten an, und ich weiß vom Anheben her, dass sie aus Blei oder Gold waren, und ich wusste, dass Joseph nicht genug Guthaben hatte, um so viel Blei zu kaufen. Ich verließ Mr. Smith ungefähr um elf Uhr und ging nach Hause...

Die Aufregung im Dorf über dieses Thema war derartig geworden, dass einige gedroht hatten, Joseph zu mobben und ihn auch zu teeren und zu federn. Sie sagten, dass er niemals weggehen sollte, ohne die Platten gezeigt zu haben. Es war für ihn unsicher zu bleiben, also entschloss er sich, dass er ins Haus seines Schwiegervaters in Pennsylvania gehen müsste... Ich riet Joseph, dass er vor dem Aufbrechen alle seine Schulden bezahlen müsste. Ich zahlte sie für ihn und stattete ihn mit Geld für seine Reise aus.“ (S. 168-170)

 

Schlussfolgerung

 

Trotz Unterschieden im Ton gibt es niederschmetternde Ähnlichkeiten zwischen diesem letzten Bericht von Harris und dem ersten Bericht von Chase:

 

  • Die Entdeckung des Goldschatzes im Zusammenhang mit der Geldgräberei

  • Der Gebrauch eines Sehersteins, um die Platten zu finden/zu erhalten

  • Kein Hinweis, dass Joseph vor dem Engelbesuch ein geistiger Sucher war

  • Martin Harris als der „göttlich“ bestimmte Finanzier des Projekts identifiziert

  • Verfolgung“ kommt von früheren Geldgräber-Kameraden her, die ihren Anteil an dem Schatz wollen, nicht von religiös angehauchter Geistlichkeit

 

Diese gemeinsamen Elemente aus frühen Berichten lassen den Gedanken darüber aufkommen, dass alles wie eine allmähliche Entwicklung der Geschichte von Joseph Smiths Erster Vision erscheint.

weiter

Ein Kapitel aus dem berühmten Werk von Jerald und Sandra Tanner "Mormonism - Shadow or Reality?"
Insgesamt waren schon 1 Besucher (22 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=