Bericht von Orson Hyde, ursprünglich 1942 in einer deutschen Broschüre in Frankfurt (auf seinem Rückweg von Jerusalem) veröffentlicht. 1960 übersetzt.

 

Joseph Smith Jun., zu dem erstmalig ein Engel des Herrn gesandt wurde, wurde in der Stadt Sharon, Windsor County, Vermont, am 23. Dezember 1805 geboren. Als er zehn Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihrer Familie nach Palmyra, New York, um, in dessen Umgebung er ungefähr elf Jahre wohnte, im letzten Abschnitt in der Stadt Manchester. Seine einzige Tätigkeit bestand im Pflügen und Kultivieren der Felder. Da seine Eltern arm waren und für eine große Familie sorgen mussten, war seine Ausbildung sehr beschränkt. Er konnte ohne Schwierigkeit lesen und mit sehr unvollkommener Handschrift schreiben. Und er hatte ein sehr begrenztes Verständnis von den elementaren Regeln der Arithmetik. Dies waren seine höchsten und einzigen Errungenschaften, während die restlichen Fächer, die in den normalen Schulen in den ganzen Vereinigten Staaten so universell unterrichtet wurden, ihm völlig unbekannt waren. Als er irgendwo bei vierzehn oder fünfzehn Jahre alt war, begann er ernsthaft über die Notwendigkeit nachzudenken, für einen künftigen Stand der Existenz vorbereitet zu sein, aber wie oder auf welche Weise er sich vorbereiten sollte, war eine Frage, die in seinem Kopf noch nicht entschieden war. Er erkannte, dass es eine Frage von unendlicher Wichtigkeit wäre. Er erkannte, wenn er den Weg nicht verstand, wäre es unmöglich auf ihm zu wandeln, außer durch Zufall. Und er dachte, seine Hoffnungen auf ewiges Leben auf Zufall oder Unsicherheiten ruhen zu lassen, wäre mehr als er ertragen könnte. Er entdeckte eine religiöse Welt, die unter zahlreichen Irrtümern wirkte, was auf Grund ihrer widersprechenden Natur und Grundsätze die Ursache für die Gründung so vieler verschiedener Sekten und Parteien war, deren Gefühle gegeneinander durch Hass, Neid, Bosheit und Zorn vergiftet waren. Er hatte das Gefühl, dass es nur eine Wahrheit geben sollte und dass diejenigen, die es richtig verstehen würden, auf dieselbe Weise verstehen würden. Die Natur hatte ihn mit einem starken, kritischen Geist ausgestattet und so schaute er durch das Glas der Nüchternheit und Vernunft auf diese religiösen Systeme, die alle so unterschiedlich, aber trotzdem alle von der Heiligen Schrift der Wahrheit abgeleitet wurden. Nachdem er sich genügend zu seiner Zufriedenstellung vergewissert hatte, dass Finsternis die Erde bedeckte und starke Finsternis die Geister der Menschen, gab er die Hoffnung auf, dass er je eine Sekte oder Partei finden würde, die im Besitz der reinen und unverfälschten Wahrheit wäre. Entsprechend begann er die heiligen Seiten der Bibel mit Ernsthaftigkeit durchzugehen, im Glauben an die Dinge, die er las. Bald stolperte sein Geist über folgende Passage: „Wenn jemand unter euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen Menschen freizügig gibt und ihnen keine Vorhaltungen macht.“ - Jakobus 1:5. Aus dieser Verheißung lernte er, dass es ein Vorrecht aller Menschen wäre, Gott um Weisheit zu bitten, mit der sicheren und gewissen Erwartung freizügig zu erhalten, ohne dass ihnen dafür Vorhaltungen gemacht würden. Und somit begann er, die brennenden Wünsche seiner Seele mit glaubensvoller Entschlossenheit hinauszusenden. Deshalb begab er sich an einen geheimen Ort in einem Wäldchen, nur wenig vom Haus seines Vaters entfernt und kniete nieder und begann den Herrn anzurufen. Zuerst wurde er durch die Mächte der Finsternis ernsthaft in Versuchung geführt, die sich bemühten ihn zu überwinden. Der Widersacher umnachtete seinen Geist mit Zweifeln und brachte seiner Seele jede Art von unanständigen Bildern und versuchte ihn bei seinen Bemühungen und dem Erreichen seines Ziels zu behindern. Die überfließende Gnade Gottes kam, um ihn aufrecht zu erhalten, und gab ihm neuen Impuls und Antrieb für seine dahinschwindende Kraft. Bald verschwanden die finsteren Wolken und Licht und Friede erfüllte sein betrübtes Herz. Und wieder rief er den Herrn mit erneuertem Glauben und geistiger Kraft an. In diesem heiligen Augenblick wurde sein Geist von den natürlichen Objekten abgelenkt, von denen er umgeben war, und er wurde in eine himmlische Vision eingehüllt und sah zwei herrliche Personen, die sich einander in Gestalt und Aussehen genau ähnelten. Sie sagten ihm, dass seine Gebete beantwortet worden wären und dass der Herr entschieden hätte, ihm eine besondere Segnung zu gewähren. Ihm wurde gesagt, dass er sich keiner der religiösen Sekten oder Parteien anschließen sollte, da sie alle in ihren Lehren im Irrtum wären und keine von ihnen von Gott als Seine Kirche und Sein Königreich anerkannt würden. Er erhielt eine Verheißung, dass die wahre Lehre – die Fülle des Evangliums – in einiger Zeit in der Zukunft bekannt gemacht werden würde. Danach zog sich die Vision zurück und ließ seinen Geist in einem Zustand unbeschreiblicher Ruhe und Frieden zurück.

weiter

Ein Kapitel aus dem berühmten Werk von Jerald und Sandra Tanner "Mormonism - Shadow or Reality?"
Insgesamt waren schon 1 Besucher (12 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=