Joseph ein Methodist?

Wesley P. Walters hat nicht nur gezeigt, dass es 1820 keine Wiedererweckungsbewegung gab, sondern er hat Beweise geliefert, die zeigen, dass weder Joseph noch seine Familie die Botschaft von der Ersten Vision ernst nahmen. Der Leser wird sich erinnern, dass Joseph Smith in der Vision gesagt wurde, sich keine der Kirchen anzuschließen:

Man antwortete mir, ich solle mich keiner anschließen, denn sie seien alle im Irrtum. Der zu mir Sprechende sagte, alle ihre Glaubensbekenntnisse seien ein Gräuel in seinen Augen, alle ihre Lehrer seien verderbt;…

Nochmals verbot er mir, mich einer von ihnen anzuschließen;…“ (Köstliche Perle, Joseph Smith 2, Verse 19-20)

Nun, wenn Joseph Smith wirklich eine solche Botschaft erhalten hatte, würden wir erwarten, dass er nach der Ersten Vision mit anderen Kirchen nichts zu schaffen hätte. Ferner, wenn seine Familie seiner Geschichte geglaubt hätte, würden wir erwarten, dass sie nach 1820 keine anderen Kirchen unterstützen würden.

Joseph Smith behauptet, dass, direkt bevor er seine Erste Vision hatte, seines „Vaters Familie zum presbyterianischen Glauben bekehrt wurde und sich vier von ihnen dieser Kirche anschlossen, nämlich meine Mutter Lucy, meine Brüder Hyrum und Samuel Harrison und meine Schwester Sophronia.(Köstliche Perle, Joseph Smith 2, Vers 7)

Joseph Smith wollte uns glauben lassen, dass dies 1820 passierte, aber da die Wiedererweckungsbewegung erst 1824-25 stattfand, müssen wir annehmen, dass sie sich zu jener Zeit der Kirche anschlossen. Stanley B. Kimball erklärt, dass der Band der presbyterianischen Berichte, der „das genaue Datum, als sich die Smiths anschlossen, lieferte, seit spätestens 1932 vermisst ist.(Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Winter 1970, S. 121)

Trotzdem ist Bd. 2 der “Session Records” für die Westliche Presbyterianerkirche von Palmyra ausfindig gemacht worden, und dieser Band zeigt, dass die Smiths 1828 immer noch in die Presbyterianerkirche verwickelt waren. Fawn M. Brodie machte folgende interessante Bemerkung im Nachtrag der neuen Ausgabe ihres Buches: „Von größerer Bedeutung ist die kürzliche Entdeckung von Reverend Mr. Walters in den Berichten der Palmyra-Presbyterianerkirche von 1830, dass Joseph Smiths Mutter und seine Brüder Hyrum und Samuel aktive Mitglieder dieser Kirche mindestens 8 Jahre nach 1820 waren, dem offiziellen Datum der Ersten Vision. Die Palmyra-Berichte weisen darauf hin, dass diese drei Mitglieder der Familie Smith ungefähr im September 1828 begannen, ‚den öffentlichen Gottesdienst und das Sakrament des Abendmahls des Herrn’ zu vernachlässigen. Die Verhandlungen dieser Kirche für den 3., 10. und 29. März machen es deutlich, dass sie wegen dieser Vernachlässigung und Verwerfung ‚der letzten achtzehn Monate’ angeklagt wurden und dass sie schließlich zum Ende des März 1830 als Mitglieder der Presbyterianerkirche gesperrt wurden.

Dies wirft eine Frage auf, die nie ernsthaft studiert worden ist: Ob Joseph Smiths Familie seine religiöse Mission vor der angeblichen Entdeckung und Ausgrabung der goldenen Platten ernst nahm oder nicht.(No Man Knows My History, 1971, Seite 410-411)

Der Mormonenschreiber Stanley B. Kimball scheint gewillt zu sein, zuzugeben, dass die Smiths viele Jahre lang nach der Ersten Vision bei den Presbyterianern aktiv waren: „Lucy, Hiram und Samuel Harrison waren in der Tat Mitglieder der Palmyra-Gemeinde, dass sie irgendwann während der Übersetzung des Buches Mormon untätig geworden waren und dass sie Anfang März 1830 angeklagt waren, ‚den öffentlichen Gottesdienst und das Sakrament des Abendmahls des Herrn…’ vernachlässigt zu haben.(Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Winter 1970, Seite 122)

Milton V. Backman, Jun., und James B. Allen erklären, dass die Familie Smith „nicht aktiv in die Angelegenheiten der Presbyterianerkirche seit September 1828 verwickelt war, was gerade ein Jahr nach dem war, als Joseph die Platten erhielt… (Brigham Young University Studies, Sommer 1970, Seite 483)

Während es wahr ist, dass die Smiths in der Presbyterianerkirche 1828 untätig wurden, fragen wir uns, warum sie so lang darin verblieben, nachdem Joseph Smith angeblich seine Erste Vision erhalten hatte. Als wäre dies nicht schlimm genug, präsentiert Wesley P. Walters Beweise, dass 1828 Joseph Smith selbst Schritte unternahm, ein Mitglied der Methodistenkirche zu werden. Die Utah Christian Tract Society hat einen Artikel aus Material angefertigt, dass von Wesley P. Walters geliefert wurde (siehe den Newsletter für Juli/August 1971). In diesem Artikel finden wir folgendes:

Joseph Smiths Bericht von 1838, der in der Broschüre über ‘seine eigene Geschichte’ aufgezeichnet ist, behauptet, dass er 1820 ‚zwei herrliche Personen’ gesehen hätte, die als der Vater und der Sohn identifiziert wurden, und dass er informiert wurde, dass alle Bekenntnisse aller Sekten oder verschiedenen Glaubensbekenntnisse ‚ein Gräuel wären’, und ihm wurde zweimal verboten, sich irgendeiner von ihnen anzuschließen…

Vielleicht veranlasste ihn der Tod seines erstgeborenen Sohnes am 15. Juni 1828, nach einer Mitgliedschaft in der Methodistenkirche zu trachten, zu der seine Frau gehörte, seit sie sieben Jahre alt war. Die Rolle des ‚Propheten’ Joseph als Methodistenmitglied dauerte aber nicht sehr lang, nur drei Tage—Aussagen der Cousins seiner Frau gemäß, Joseph und Hiel Lewis. In ihrer örtlichen Zeitung in Amboy, Illinois, erzählten sie von ihren früheren Jahren mit Joseph Smith in Pennsylvania und von seiner Vereinigung mit der Methodistenklasse:

‚Er präsentierte sich in einer sehr ernsthaften und demütigen Manier und der Geistliche, nichts Böses vermutend, trug seinen Namen in der Abwesenheit einiger offiziellen Mitglieder in das Klassenbuch ein.’ (THE AMBOY JOURNAL, 30. April 1879, Seite 1)

Als Joseph Lewis, der damals 21 war (ungefähr anderthalb Jahre jünger als Smith), von diesem Akt erfuhr, hatte er das Gefühl, dass Josephs Lebensart ihn als ungeeignet erwies, ein Mitglied zu sein, und er sagte ihm, dass er ‚öffentlich darum bitten sollte, dass sein Name aus dem Klassenbuch gestrichen würde, oder er müsse einer Disziplinarsuntersuchung stand halten’. Mr. Lewis lieferte einen Monat, nachdem der erste Artikel in der Amboy-Zeitung erschien, weitere Einzelheiten und schrieb:

‚Ich hörte mit Joshua McKune, einem örtlichen Prediger damals, ich denke im Juni 1828, an einem Samstag, dass Joe Smith sich der Kirche am Mittwochnachmittag angeschlossen hatte (da es damals Brauch war, wochentags Reihum-Predigten im Heim meines Vaters zu geben). Wir hielten es für eine Ungnade für die Kirche, einen praktizierenden schwarzen Magier, einen, der mit Zauberei und blutenden Geistern zu tun hat, bei sich zu haben. Also gingen wir am Sonntag zu Vaters Haus, dem Versammlungsort an jenem Tag, um früh genug dort zu sein, um uns mit Smith zu treffen, und wir redeten eine Zeit mit ihm in Vaters Laden vor der Versammlung. Wir sagten ihm, dass seine Beschäftigung, Gewohnheiten und sein moralischer Charakter von der Disziplin abweichen würden, dass sein Name für die Kirche eine Ungnade wäre, dass es einen Widerruf, ein Bekenntnis und zumindest eine versprochene Besserung geben sollte—dass er an jenem Tag öffentlich darum bitten könnte, dass sein Name aus dem Klassenbuch gestrichen würde, oder er müsste einer Untersuchung stand halten. Er wählte das erstere und bat genau an diesem Tag darum, dass sein Name aus dem Klassenbuch entfernt werden möge.’ (THE AMBOY JOURNAL, 11. Juni 1879, S. 1)

Mr. Lewis’ genauere Aussage wurde hervorgeholt, weil die Originalaussage, die er und sein Bruder gemacht hatten, von einem örtlichen Mormonenältesten aus der Reorganisierten Kirche angezweifelt wurde. Dieser Älteste, Mr. Edwin Cadwell, war ein Nachbar von Mr. Michael Morse, dem Schwager Joseph Smiths. Mr. Cadwell erklärte, dass Mr. Morse ihm sagte, dass ‚Smiths Name im Klassenbuch verblieb… ungefähr sechs Monate lang, als er einfach ‚fallen gelassen’ wurde, da Smith nicht ersuchte, eine volles Mitglied zu werden’. (THE AMBOY JOURNAL, 21. Mai 1879. S. 1)

Mr. Morse war damals der ‘Klassenführer’ gewesen und derjenige, der Smiths Namen zur Übertragung ins Klassenbuch aufgenommen hatte (THE AMBOY JOURNAL, 2. Juli 1879, S. 1). Auf die Aussage von Mr. Morse hin erwiderte Joseph Lewis: ‚Wenn besagter Morse damals ein Führer war und Smiths Name sechs Monate im Klassenbuch verblieb, vernachlässigte der Klassenführer sorglos oder boshaft seine Pflicht.’ (THE AMBOY JOURNAL, 11. June 1879, S. 1)

Wie so viele der frühen Methodistenberichte, sind die frühen Klassenbücher von Harmony (jetzt Lanesboro) verloren gegangen, so dass wir niemals sicher wissen werden, ob Joseph Smith nur für drei Tage oder für sechs Monate ein Mitglied blieb. Es gab aber nie einen Streit darüber, dass er ein Mitglied geworden war und durch diesen einen Akt untergrub er vollkommen die Geschichte, die er später hervorbrachte in der behauptet wird, dass Gott ihm in einer besonderen Vision die Anweisung gab, sich keiner der bestehenden Kirchen anzuschließen,…

An Hand der präsentierten Beweise scheint es, dass Joseph Smith nicht alle Schritte vervollständigte, um „ein volles Mitglied“ der Methodistenkirche zu werden, aber er hatte mit Sicherheit den Prozess in Gang gesetzt, als er der Methodistenklasse in Pennsylvania beitrat. Milton V. Backman, Jun., liefert einige Information über Methodistenklassen in seinem Buch Joseph Smith's First Vision, S. 70: "Zur Zeit der Ersten Vision trafen sich diese Klassen, die gewöhnlich aus weniger als dreißig Mitgliedern bestanden, in Heimen, Scheunen, Schulen und Wäldchen.

Es ist interessant, dass Joseph Smith erklärte, dass vor seiner Ersten Vision sein „Herz irgendwie eine Vorliebe für die Methodistensekte bekam und ein gewisses Verlangen spürte, mit ihr vereint zu sein;… (History of the Church, Bd. 1, S. 3) Es gibt einige Beweise, dass Joseph Smith einer Methodistenklasse beitrat, bevor er nach Pennsylvania umzog. Pomeroy Tucker erklärte: „Einmal trat er der Anwärterklasse der Methodistenkirche in Palmyra bei und zeigte einige aktive Demonstrationen des Engagements, obwohl seine angeblichen Überzeugungen nicht ausreichend fundiert oder ausdauernd waren, um ihn zum erlösenden Punkt der Bekehrung zu bringen, und er zog sich bald aus der Klasse zurück.“ (Origin of Mormonism, S. 17-18, wie in den BYU Studies, Frühjahr 1969, Seite 384, zitiert)

Der Mormonenschreiber Hyrum L. Andrus ist bereit, zuzugeben: „Es ist möglich, dass Joseph Smith sich eine zeitlang dieser Organisation angeschlossen hatte und auf örtlicher Ebene im Gebiet von Palmyra und Manchester diente. Turners Aussage, dass Joseph Smith ein ‚leidlicher Ermahner’ für den Methodismus wurde, weist auf diese Möglichkeit hin. Der Geschichtsbericht der Wayne-Grafschaft erklärt ebenfalls: ‚Wiedererweckungsbewegungen traten auf und Smith trat einer Klasse von Anwärtern in der Methodistenkirche in Palmyra bei, aber er zog sich bald zurück.’“ (God, Man, and the Universe, S. 41-42) Obwohl keine Daten dazu angegeben werden, wann Joseph Smith der Methodistenklasse in Palmyra beitrat, behauptet Andrus, dass Joseph Smiths „Angliederung an die Methodistensache kurz nach der Ersten Vision geschah.“ (Ebenda, S. 41)

Wie auch immer dies sein mag, Joseph Smiths Angliederung an die Methodisten in Pennsylvania geschah acht Jahre, nachdem er angeblich seine Erste Vision bekam, und genau zu der Zeit als der das Buch Mormon übersetzte! Wir müssen zugeben, dass „ er durch diesen einen Akt seine Geschichte, die er später hervorbrachte, in der er behauptete, dass Gott ihm in einer besonderen Vision die Anweisung gab, sich keiner der bestehenden Kirchen anzuschließen, vollständig untergrub,…

Der Newsletter, der von der Utah Christian Tract Society im Juli/August 1971 veröffentlicht wurde, zeigt ebenfalls auf, dass bei der “Wiedererzählung“ der Geschichte der Ersten Vision „Alexander Neibaur gegenüber am 24. Mai 1844 Joseph besonders die Methodistenkirche als seiner Mitgliedschaft unwürdig hervorhob.“ Neibaurs Tagebuch lautet: „…Mr. Smith fragte damals: Muss ich mich der Methodistenkirche anschließen?—Nein—sie sind nicht mein Volk, sie sind in die Irre gegangen…(Improvement Era, April 1970, S. 12, Fußn. 12)

Es ist interessant, dass Joseph Smith, obwohl er Schritte dahingehend unternahm, 1828 ein Methodist zu werden, um 1835 ein Mitglied der Kirche verdammte, der „bekannte, dass er versucht gewesen und so sehr in den Irrtum gefallen war, sich den Methodisten anzuschließen;…“ Joseph Smith machte folgende Bemerkung in Bezug auf diese Angelegenheit:

Ich sprach von der Ungehörigkeit, sich von der Wahrheit abzuwenden und einem Volk nachzusteigen, das am Geist der Rechtschaffenheit so sehr Mangel leidet wie die Methodisten.(History of the Church, Bd. 2, Seite 319)

Für mehr Information gegen die Echtheit der Ersten Vision siehe unseren Case, Bd. 1, Seite 88-130.


 

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Ein Kapitel aus dem berühmten Werk von Jerald und Sandra Tanner "Mormonism - Shadow or Reality?"
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